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Urlaub in der Türkei
Wie sie sich als Tourist den Bettlern gegenüber verhalten sollten
Arme • Bazar • Besuch einer Moschee • Frauenrechte • Gastfreundschaft
In vielen
größeren Städten in der Türkei findet man relativ viele Bettler.
Einheimische zeigen sich oft, auch wenn sie nicht wohlhabend erscheinen,
erstaunlich großzügig diesen Menschen gegenüber, da der Islam die
Mildtätigkeit als eine große Tugend ansieht.
Es steht
einem Besucher des Landes nicht unbedingt schlecht an, das eine oder
andere Mal einem solchen Bettler auch etwas zu geben, da dies von Respekt
gegenüber den örtlichen Sitten zeugt. Alte und verkrüppelte Menschen, die
als Bettler leben, bekommen meist keine staatliche Unterstützung, und man
kann sich darauf verlassen, dass man in diesem Fall sein Geld für eine
gute Sache gibt.
Bettelnde
Kinder sollte man allerdings nicht unterstützen, da viele Kinder in der
Türkei lieber auf der Straße um Almosen bitten, anstatt in die Schule zu
gehen. Wenn diese kleinen Bettler es geschickt anstellen, erzielen sie
eventuell ein größeres Monatseinkommen als ihr Vater; dafür haben sie
später allerdings kein Bildung aufzuweisen, weshalb man sie durch eine
Gabe langfristig auf ihrem Weg unterstützt, sich in große Schwierigkeiten
zu bringen.
Weitaus
unangenehmer als die oft zurückhaltenden Bettler, die von der typisch
islamischen Mildtätigkeit vieler Türken leben können, sind die sogenannten
Schlepper, die in touristischen Regionen eine echte Seuche darstellen
können. Schlepper warten auf Touristen, die sich bei einem
Abendspaziergang in die Nähe ihres Ladens wagen, dabei kann es sich um ein
Bekleidungsgeschäft ebenso handeln, wie um eine Dönerbude, eine Bar oder
Diskothek; und sprechen diese relativ offensiv an, um sie zu einem Besuch
im entsprechenden Haus zu bewegen. Schlepper sind Absagen gewohnt und
scheren sich meist nicht mehr um sie; sie können sehr aufdringlich werden
und sind manchmal weder durch Schimpfen noch durch Kopfschütteln
loszuwerden. In diesem Fall empfiehlt es sich, die türkische Geste für
Nein zu verwenden: durch ein leichtes Heben der Kinnspitze und
signalisiert man ihnen deutlich, dass man kein Interesse hat
Schlepper sind allerdings meist sehr humorvolle Menschen, die recht gut
Deutsch sprechen und die ihren nicht immer angenehmen Job wenigstens zum
Teil auch als Spiel sehen. Dementsprechend ist die beste Methode, sie
loszuwerden, eine dreist erfundene Lüge. Fast immer wirkt die Behauptung
„Ich habe kein Geld“, wobei man es auch damit versuchen kann, sie selbst
in ein Haus auf der Straßenseite gegenüber einzuladen. So kann man die
nicht selten unangenehmen Begegnungen mit einem Schlepper entschärfen und
gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre wahren.
Insgesamt
lebt rund ein Drittel der Bevölkerung der Türkei von der Touristik, so
dass man sich leicht erklären kann, wie es zu der großen Zahl dieser
offensiven Türsteher kommen kann.