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Informationen für Ihren
Urlaub in der Türkei
Auf welche Tage des Jahres die türkischen Staatsfeiertage fallen und was
es für Touristen an diesen Tagen zu beachten und beobachten gibt
Die
türkischen Staatsfeiertage sind alle mit der Gründung der türkischen
Republik verbunden und viele von ihnen haben den Charakter eines
Volksfestes. Traditionell besucht man morgens an einem solchen Tag das
Atatürk Denkmal, um danach eine große Feier zu beginnen, die oft auch auf
offener Straße stattfindet.
An diesen
Tagen zeigt sich die große und charakteristische Offenheit der Türkei von
ihrer besten Seite: in nur wenigen Ländern wird man Menschen dabei
beobachten können, wie sie so ausgelassen auf offener Straße einen Tag
feiern, der so eng mit einem politischen Ereignis verbunden ist. Auch
dort, wo Patriotismus relativ offen auf der Fahne steht zeigt sich eine
solche Feier meist in anderem Gewand; üblich sind weitaus eher Märsche und
offizielle Feierlichkeiten denn Straßenfeste, wie man sie in vielen
Gebieten der Türkei findet.
Natürlich wird ein großer Feiertag in den Metropolen des Landes auch von
offizieller Seite aus begangen, und man stößt auch in der Türkei auf den
einen oder anderen Umzug, der an das wichtige Ereignis erinnern soll.
Charakteristisch ist allerdings vielmehr der Umgang der Menschen mit
diesem Fest, die oft sehr ausgelassen feiern und das Bild eines
politischen Festes so in eine sehr interessante Richtung lenken.
Am 19. Mai
wird Gençlik ve Spor Bayrami begangen, das Fest der Jugend und des
Sports, das gleichzeitig ein Gedenktag für Atatürk ist. Der Feiertag soll
an die Ankunft Atatürks in Samsun 1919 erinnern; an diesem Tag wurde die
türkische Unabhängigkeitsbewegung begründet. Dies macht diesen Feiertag
gleichermaßen politisch wichtig wie auch interessant für die Jugendliche
und Sportbegeisterten unter den Türken, weshalb der Tag den Eindruck eines
relativ hohen Feiertages macht.
An die
Gründung der türkischen Republik 1923 erinnert Cumhuriyet Bayrami am 29.
Oktober. Das Fest ist der Tag der Republik und stellt das politische Fest
in der Türkei dar, an dem man die interessante Teilung zwischen Politik
und Festlichkeit sehr deutlich wahrnehmen kann. Die Popularität Atatürks
ist auch bei jungen Leuten in weiten Teilen des Landes ungebrochen, so
dass sie keine Hemmungen haben, den Tag als große Festlichkeit zu begehen.
Neben den
politischen Festen kennt man in der Türkei natürlich auch eine ganze Reihe
von islamischen Festen, da die Religionsgemeinschaft der Muslime in diesem
Land trotz seiner politisch gesehenen westlichen Ausrichtung ungebrochen
ist.
Im Februar
begeht man zum Beispiel Kurban Bayrami, das Opferfest, welches in
Erinnerung an Abrahams Opfer begangen wird. Der Stammvater, der natürlich
auch ob seiner Erwähnung im Alten Testament für viele christliche Menschen
eine wichtige Figur ist, hat der Legende nach mit seiner Opferbereitschaft
auf einzigartige Weise die Unterwerfung des Menschen unter Gottes Willen
zelebriert, eine Tugend, die den Muslimen sehr heilig ist.
Wohlhabendere türkische Familien schlachten am Kurban Bayrami ein Tier und
bereiten ein Festmahl, an dem die ganze Familie zusammenkommt, aber ein
Teil des Fleisches wird, der islamischen Tugend folgend, an die Armen
verschenkt. Das Fest findet in der Mitte des Wallfahrtsmonats statt, in
dem man zur Pilgerfahrt nach Mekka aufbricht. Kurban Bayrami ist
gleichzeitig auch der Höhepunkt dieses ohnehin schon religiös geprägten
Monats und da der Februar nicht zu den klassischen Reisemonaten in der
Türkei gehört, hat man als Tourist, wenn man denn diesen Monat wählt, eine
Möglichkeit, ein türkisches Fest relativ unverfälscht zu erleben.
Das wohl
größte und schönste islamische Fest, das traditionell in der Türkei
begangen wird, ist Seker Bayrami im November. Dieses dreitägige Fest,
welches auch als Zuckerfest bezeichnet wird markiert das Ende des
Fastenmonats Ramadan. Während der drei Tage dürfen die Kinder, wie die
Bezeichnung Zuckerfest vermuten lässt, beinahe ungehemmt in Süßigkeiten
schwelgen; die ganze Familie kauft sich neue Kleider, und man begeht
dieses Fest in einem riesigen Festmahl.
Die neuen
Kleider symbolisieren die erneuernde und reinigende Kraft, die vom Fasten
ausgeht. Die Menschen sind nach diesem Monat nicht mehr dieselben, die sie
vorher waren und wollen dies auch auf weltliche Weise ausdrücken.