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Informationen für Ihren
Urlaub in der Türkei
Wie die Menschen das Bild der türkischen Kultur entscheidend prägen und
was sozusagen typisch türkisch ist
Politische Konflikte • Politische Ausrichtung • Politik im Alltag • Menschen und Kultur • Frauen in der Tuerkei
Wie kein
anderer Faktor prägen vor allem die Menschen eines Landes die dort
bestehende Kultur. Sicherlich, man könnte sich darüber streiten ob die
Kultur die Menschen beeinflusst oder umgedreht, in der praktischen
Lebensführung ist diese wissenschaftlich anmutende Frage allerdings
eindeutig zu beantworten. Ohne die Menschen, die bestimmte Aspekte einer
Kultur leben, hat diese keine Bedeutung. Somit ist es die Lebensart der
Menschen dieses Landes, die einen maßgeblichen Einfluss auf das nimmt, was
man sich unter dem Land Türkei vorstellt.
Was aber
macht diese Menschen im Besonderen aus?
Die Türken
sind ein Volk, das stark von ihrem Land, ihrem Lebensraum geprägt ist.
Dies gilt gleichermaßen für die nomadisch lebenden Gemeinschaften im Osten
des Landes wie auch für die traditionalistischen Dörfer im Hinterland;
letztlich gilt es aber auch für die moderne Menschen, die in den westlich
geprägten Metropolen leben.
Amerikanische Werbung und ein paar Einkaufszentren mögen die Werte der
Menschen erheblich ändern können, was sie aber nicht ändern, ist der
grundsätzliche Charakter eines Menschen, der jenseits von religiösen,
kapitalistischen oder anderen Einstellungen liegt. Somit wird man auch
einem Türken aus Istanbul deutlich seine Herkunft anmerken, wenn man sich
auf ihn einlässt.
In der
Vergangenheit war der Einfluss des Landes stets deutlich zu spüren und
klar zu erkennen. Die Türkei als relativ trockenes und nur bedingt
fruchtbares Land bot ihren Bewohnern hauptsächlich die Möglichkeit zur
Viehzucht. In früheren Kulturen führte die Viehzucht allein aber nur
selten zur Sesshaftigkeit, wenn der Ackerbau als Teil des Nahrungserwerbs
fehlte, da die Viehherden die Menschen auf ihren Zügen auch leicht
begleiten konnten.
Diese Vergangenheit ist noch heute in der Türkei auf bestimmte Weise
präsent. Nomadische Gemeinschaften sind durch eine relativ geringe Bindung
zu ihrer Umgebung, aber durch eine umso stärkere Sippenbindung geprägt.
Die starken Familienbande und das Gemeinschaftsgefühl, welches viele
türkische Menschen empfinden, rührt wohl noch aus diesen nomadischen
Wurzeln her, da solche kulturellen Merkmale sich meist weit über ihre
Notwendigkeit hinaus erhalten.
Die
persönlichen Bindungen, die solche Gemeinschaften prägen, zeigen sich in
der weit verbreiteten Offenheit und der Wichtigkeit von Kommunikation und
Tratsch in der türkischen Gesellschaft.
Man wird
allerorts Menschen, aber vorwiegend natürlich Männer, da die
patriarchaische Prägung des Islams heute noch in der Türkei spürbar ist,
finden, die zusammensitzen und schwätzen und die sich die heißen Stunden
des Tages bei Tee und Brettspiel vertreiben. Typisch ist es wohl auch,
dass man den Inhaber oder Verkäufer eines Geschäfts nur selten
dienstbereit hinter der Theke, sondern oft im Hinterzimmer mit seinen
Freunden oder auch vor seinem Laden an einem Tisch finden wird, wo er in
ein Gespräch vertieft ist.
Es scheint,
als wäre der Gedanke einer pflichtbetonten Arbeit, wie er in Deutschland
ja merklich noch vorherrscht, vielen Menschen in der Türkei recht fremd;
vielmehr integrieren sie ihre Arbeit so in ihren Alltag, das es oft
erscheint, als würde sie ihnen gar nicht als Pflicht erscheinen.
Natürlich
gilt dies nur für Menschen, die in kleineren Läden oder Lokalen arbeiten,
die sich eventuell im Familienbesitz befinden; Personen, die in
Dienstleistungs- oder Produktionsunternehmen westlicher Prägung arbeiten,
zeichnen sich schon durch ein eher deutsches Verständnis der Arbeit aus,
auch wenn man leicht die Beobachtung machen kann, dass der ohnehin schon
wichtige Faktor Betriebsklima hier als noch wichtiger bewertet wird.