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Informationen für Ihren
Urlaub in der Türkei
Welche Spezialitäten neben den auch in Deutschland bekannten Gerichten
typisch für die Türkei sind
Türkische Lokale • Türkische Küche
Auch wenn
die drei großen Arten Kebap, Köfte und Pide in der Türkei wirklich eine
recht große Bedeutung einnehmen kann man die Spezialitäten dieses Landes
keineswegs auf diese drei Dinge reduzieren.
Die
kulinarische Vielfalt der türkischen Küche kann es mit jedem anderen
mediterranen Land aufnehmen und gehört somit zu den am meisten verkannten
nationalen Küchen Europas. Andere beliebte Urlaubsländer haben sich nicht
zuletzt durch hochwertige Spezialitätenrestaurants in Deutschland schon
lange einen Namen als Schlemmerparadiese gemacht; man denke nur an
Spanien, Italien oder Griechenland; während die Türkei bei uns meist nur
durch Schnellimbisse vertreten ist, die zwar sehr schmackhaft sind, die
aber nie die gesamte Vielfalt einer Spezialitätenküche eines Landes
erreichen können.
Türkische
Spezialitäten sind normalerweise scharf, aber nicht übermäßig gewürzt und
sind auch für mitteleuropäische Verhältnisse nicht nur gut verträglich,
sondern auch sehr schmackhaft.
Wie bei den
meisten nationalen Spezialitäten lässt sich auch in der Türkei eine Reihe
von noch heute wichtigen Gerichten bis zurück in die Nomadenzeit dieses
Volkes verfolgen, in der Brot, Joghurt und Lamm die wichtigsten
Komponenten der Küche der Turkvölker darstellten.
Im Laufe der
Zeit verband sich die Kochkultur dieser Nomaden mit den Ideen der
kleinasiatischen Völker, mit denen man in Kontakt kam, und vor allem
türkische Fischgerichte sind oft stark inspiriert vom Einfluss dieser
asiatischen Völker.
Damit ist
die Vielfalt der modernen türkischen Küche allerdings noch lange nicht am
Ende. Besonders die osmanische Zeit brachte vielfältige Einflüsse mit
sich, denn in diese Zeit kann man den Ursprung von einer Reihe von
Gerichten einordnen, die wohl aus den balkanischen und arabischen
Protektoraten stammen. Die ältesten sozusagen ausländischen türkischen
Speisen stammen aus der Zeit des Römischen Reiches, die einen engen
kulturellen Austausch mit sich brachte. Das bekannteste Gericht, welches
unter römischem Einfluss entstanden ist, ist die ungewöhnliche Nachspeise
tavuk gögsü kazandibi. Dies besteht aus Milchpudding und fein zerfasertem
Hühnchenfleisch.
Typisch für
die türkische Küche ist vor allem der Aufwand, der bei der Zubereitung
beinahe jeder Art von Speise betrieben wird. Selbst Gerichte, die an sich
sehr einfach erscheinen, werden von den türkischen Köchen und Hausfrauen
mit solchem Aufwand und solcher Sorgfalt, dass man leicht verstehen kann,
dass die Bewohner dieses Landes sich für das gemeinsame Abendessen
traditionell sehr viel Zeit nehmen. Es ist in wohlhabenderen türkischen
Familien abends auch nicht unüblich, zum Essen auszugehen, allerdings
nimmt man auch dazu normalerweise sehr viel Zeit mit.
Das oft sehr
üppige Abendessen steht in strengem Kontrast zu den türkischen
Vorstellungen von einem Frühstück. Üblicherweise isst man so früh am Tag
nur Weißbrot, Oliven, Käse und Marmelade. Mittags ist die übliche
Zwischenmahlzeit eine Suppe, wobei aber oft auch mantý gegessen werden,
eine einheimische Spezialität, die Ähnlichkeit mit den uns besser
bekannten Ravioli hat.
Als Tourist
wird man eventuell Schwierigkeiten haben, traditionelle türkische
Gastronomie zu finden: in den Touristenhochburgen der Mittelmeerküste
wurde die traditionelle Küche oft durch internationale Küche verdrängt.
Unangenehmerweise bedeutet dies, dass man auch in relativ türkisch
erscheinenden Häusern die Speisekarte oft von mehreren Schnitzelvarianten
mit Pommes Frites dominiert sieht, nicht zuletzt durch die unangenehme
deutsche Angewohnheit bedingt, auch im Ausland gerne nur das bekannte zu
essen.
In fast
allen Städten allerdings hat man die Möglichkeit, auch typische
einheimische Küche zu genießen, zumindest wenn man die Augen aufhält und
die richtigen Restaurants aufsucht.
