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Urlaub in der Türkei
Welche Lokale eher zur Einnahme von Getränken als zum Essen dienen
Türkische Lokale • Türkische Küche
Das
çayhanesi ist ein Teehaus nach türkischer Art und stellt daher einen
wichtigen Raum für die Kultur des Landes dar. Hier vertreiben sich die
Männer die Zeit mit tavla, einer Variante des Backgammon Spiels, oder mit
okey, einem Spiel, das dem in Deutschland bekannten Rummikub in all seinen
Variationen ähnelt. Es handelt sich als um eine Art des Rommé, bei dem
statt Karten Spielsteine verwendet werden.
Im Gegensatz
zum büfe kennt man in der Türkei noch das pastahani, eine Art Kombination
aus Café und Konditorei, in der man vorwiegend Süßspeisen nach türkischer
Art zu sich nehmen kann und dazu Tee oder seltener Kaffee serviert
bekommt.
Das birahani
schließlich ist ein Bierlokal, welches relativ stark von den westlichen
Vorbildern geprägt ist. Hier wird auch Alkohol ausgeschenkt, was bei den
anderen Lokaltypen eher selten oder gar nicht vorkommt. Dem birahani
einigermaßen eng verwandt sind die Lokale, die sich als meyhani
bezeichnen. Bei ihnen handelt es sich ebenfalls um Kneipen, in denen
allerdings nicht unbedingt Bier ausgeschenkt wird.
Neben diesen
verschiedenen, beinahe in der ganzen Türkei verbreiteten Gastronomietypen
gibt es noch den aile salonu. Dabei handelt es um einen so genannten
Familiensalon, wo meist eine ruhigere, gemütlichere Atmosphäre herrscht
als in den Teehäusern oder Kneipen. In diesen Salons werden europäische
Frauen bedient, allerdings wird man sich vergeblich nach türkischen Frauen
umschauen, denn diese würden diese Salons trotz ihrer Bezeichnung als
Familiensalon normalerweise nicht betreten.
Die beiden
männlichen und weiblichen Welten sind in der Türkei relativ strikt
getrennt und kommen allenfalls bei speziellen Veranstaltungen oder in den
moderneren Städten auch einmal öfter zusammen, ansonsten sind der einzige
Treffpunkt der gemeinsame Haushalt verheirateter Ehepaare und die çay
bahçesi.
Bei diesen Lokalen handelt es sich um Teegärten, in die Männer und Frauen
auch zusammen einkehren. Sie gehören zu den wenigen Einrichtungen des
öffentlichen Lebens, in denen man die beiden Geschlechter in der Türkei
auch einmal zusammen sieht.
Hier kann man sich mit einer Wasserpfeife in die Männerecke zurückziehen;
so ganz können die Türken scheinbar doch nicht aus ihrer Haut, denn eine
Frauenecke gibt es nämlich meist nicht. Man kann aber auch als Familie
oder als Paar bei einer Teezeremonie zusammensitzen. Die türkischen
Teegärten sind für viele deutsche Touristen einer der angenehmsten
Aufenthaltsorte, weil man sich in diesen Häusern meist weniger fremd fühlt
und zugleich ihre besondere, orientalische Atmosphäre genießen kann.
Es ist
übrigens dennoch einigermaßen unüblich, wenigstens in den
traditionalistischeren Teilen des Landes, einen çay bahçesi als Treffpunkt
zum Anbändeln zwischen den Geschlechtern zu nutzen. Hierzu nutzt man in
den großen Städten die gänzlich untypischen Discotheken oder Kneipen,
während man es in anderen Gebieten schlicht und einfach überhaupt nicht
tut; jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.
Schließlich
gibt es noch die pastaane. Diese Lokale ähneln einem deutschen Café,
welches eigene Konditoreiprodukte herstellt, wobei diese allerdings
natürlich typische Landesspezialitäten nach türkischer Art sind. Wer schon
einmal türkische Süßspeisen dieser Art gegessen hat, weiß, dass sie nicht
unbedingt viel mit unserer deutschen Vorstellung von Backwaren gemein
haben, denn sie sind ungeheuer süß, meist feucht vor Honig, aber dennoch
sehr schmackhaft.